Realitätsgenerator

Januar 17, 2008 by baltensperger

realitätsgenerator realitätsgenerator  

Beantworten kann man die philosophische Frage nach Realität und Wirklichkeit wohl nicht. Gewiss ist jedoch die Tatsache, dass unser Weltbild und daher auch unsere Realität stark durch Bilder geprägt wird, die uns durch Medien wie  Film und Fernsehen übermittelt werden. Da uns oft die Informationen fehlen, um ein objektives Weltbild zu generieren, greifen wir auf diese Bilder zurück, um die Lücken des Erfahrenen zu füllen.

(Norbert Bolz Dt. Philosoph und Medienwissenschaftler) schrieb: „Was gewiss ist, ist nicht informativ, was informativ ist, ist nicht gewiss. Und deshalb gilt: je mehr Information, desto weniger Akzeptanz. Die Informationsflut steigert die Unsicherheit und damit die Legitimität der eigenen Meinung. Man muss entscheiden, weil die Informationen nicht ausreichen.

 

Der Realitätsgenerator ist ein Computerprogramm, das in realtime Nachrichtenmeldungen aus dem Internet Wort für Wort analysiert und mit dem gesprochenen Inhalt von Kinofilmen vergleicht. Die Filme sind dabei exemplarisch für das Medium Film. Findet das Programm in einem Film eine Übereinstimmung so wird als Verbindung von Realität und Fiktion die Passage mit dem entsprechenden Satz auf der Leinwand abgespielt.

Da weder das verwendete Filmmaterial als abgeschlossener Fundus verstanden werden soll, noch die Nachrichtenmeldungen die Gleichen sind, bleibt dieser Prozess im stetigen Wandel.

Die Arbeit darf auch als Medienkritik verstanden werden. Sie zeigt auf wie zusammenhangslos Informationen verknüpft werden können  und wie plakativ sich Bilder in unser Bewusstsein verankern.

innen und aussen

November 23, 2007 by baltensperger

von Stefan Baltensperger und David Siepert

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Das Werk stellt die Frage von Innen und Aussen neu. Der Kunstgegenstand befreit sich von seiner örtlichen Gebundenheit und lässt den Besucher zum Akteur werden.
Was bleibt, ist eine flüchtige Spur im öffentlichen Raum.

Grundlage dieses Projektes ist eine Liste von frei zugänglichen Telefonen, die sich an öffentlichen Orten wie Plätzen, Strassenbahnhaltestellen und Unterführungen befinden. Nimmt der Besucher einen der Telefonhörer ab, so wird ein Programm gestartet, das zufällig eines dieser öffentlichen Telefone auswählt und ihn damit verbindet.

Was entsteht, ist nicht nur eine Verbindung von der Ausstellung zur Öffentlichkeit, sondern auch die Möglichkeit einer Verbindung zweier Personen, die sich ansonsten nie begegnet wären.

die Reise

November 19, 2007 by baltensperger

Videoarbeit mit Buchdokumentation aus dem Jahr 2006
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verschiedene Blickwinkel
verschiedene Ansichten
verschiedene Standpunkte

Ist das Ziel wirklich das, was wir zu erreichen versuchen? Oder ist der Weg vielmehr das Ziel? Das Problem in einer eng aufeinander lebenden
Gesellschaft ist oft nicht nur die verschiedenen Wege, die wir bereisen, sondern die unterschiedlichen Ansichten und Blickpunkte auf einem und
demselben Weg. Jeder ist auf seine eigenen Ziele fokussiert und sieht dabei nur einen kleinen Teil dessen, was um uns passiert.
„die Reise“, eine Reise, die nicht nur im Unterbewussten verborgen bleibt und sich auf nicht nur einen Punkt richtet, den Weg zum Ziel gemacht.

555 km in drei verschiedenen Blickwinkeln
604 Minuten mit anderen Ansichten
302 Orte als verschiedene Standpunkte

… und plötzlich sah ich den bunten Bus, der eilte; die Aussicht der Spaziergänger auf der Promenade …

Technische Erläuterung
_3 Kameras in unterschiedlichen Winkeln am
Armaturenbrett montiert
_Kameras manuell gelöst
_Städte und Ueberland
_je 1 Photo alle 2 Minuten

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electro tag*

November 19, 2007 by baltensperger

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Der electro- tag*, ist ein elektrisch modifizierter tag, der die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zieht indem er leuchtet, blinkt oder Geräusche von sich gibt. Es ist ein Gebilde zwischen street art, einer technischer Installation und trash.
Es stellt sich die Frage, wo Kunst aufhört und trash beginnt. Letztendlich entscheidet der Betrachter über den künstlerischen Wert einer Installation; ob sie angenommen oder ignoriert wird.
Die Erste Serie der tags wurden im Gebiet Zürich (CH), Escherwyss in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 2005, bestehend aus 65 tags, welche mit blinkenden LEDs ausgestattet ein Kuriosum darstellen, platziert. Einige sind mit provokativen Slogan ausgestattet, andere stellen ein technisches Gebilde dar.
*engl
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…undwennsienichtgestorbensind…

November 17, 2007 by baltensperger

undwennsienichtgestorbensind
Zwei identische Apparate, ausgerüstet mit je einem Lautsprecher und Mikrofon versuchen mittels eines akustischen Signals Kontakt miteinander aufzunehmen. Gelingt dies, kann die Konversation beginnen. Einer der Apparate wird zum Sender, der andere zum Empfänger.
Der Sender übermittelt durch den Lautsprecher ein Geräusch, welches Zeitgleich vom Gegenstück aufgezeichnet wird. Ist dieser Prozess abgeschlossen, wechseln die Rollen. Beeinflusst durch Raum und Beobachter befindet sich das Geräusch im stetigen Wandel, bleibt dynamisch und nicht fassbar.
Voneinander getrennt verstummt der Dialog. Verzweifelt versuchen sie sich durch zurufen ihrer Kennung zu finden. Treffen die Apparate wieder auf einander, erkennen sie sich an ihren Rufen und führen ihre Konversation an abgebrochener Stelle weiter.
Durch die kommunikativen Versuche und ihrer offensichtlichen Nutzlosigkeit suggerieren die Apparate Identität und stellen dabei sich selbst und Ihre Umwelt in Frage.

« Perspektiven »

November 1, 2007 by baltensperger

perspektiven
Reaktive Rauminstallation mit Video und Ton von Stefan Baltensperger
November 2006

Die Installation «Perspektiven» visualisiert das Sichtfeld des Menschen, den Glauben zu wissen, zu verstehen.
Beschreibung:
Der Betrachter betritt einen schwarzen Raum mit einer beleuchteten weissen Leinwand. Begibt er sich ins Scheinwerferlicht, so eröffnet sich ihm auf der Leinwand, in seinem eigenen Schatten, einen Ausschnitt, einer sich dahinter verborgenen Szene, seine persönliche «Perspektive». Die «Perspektive» steht im Kontext zur Wahrnehmung einer einzelnen Sicht auf die Welt. Der Gang ins Scheinwerferlicht symbolisiert die aktive Teilnahme, den Willen, die Dynamik des Lebens. Jenen Betrachtern, die den Schritt ins Scheinwerferlicht nicht wagen, bleiben Sinn und Inhalt der Installation verborgen. Die sich auf der Leinwand unsichtbar abspielende Szene zeigt einen Ausschnitt aus einem Bahnhof. Der Bahnhof, ein öffentlicher Raum, allen Gesellschaftsschichten gleichermassen zugänglich, steht im Kontext zur Welt. Die sich darin befindenden Menschen, wartend zwischen Ankunft und Abfahrt, charakterisieren das Lebens. So kann einen kleinen Eindruck vom Leben erhascht werden, eine kleine Einsicht, jedoch niemals einen Überblick, nie das Verständnis für ein Ganzes.