Realitätsgenerator
Beantworten kann man die philosophische Frage nach Realität und Wirklichkeit wohl nicht. Gewiss ist jedoch die Tatsache, dass unser Weltbild und daher auch unsere Realität stark durch Bilder geprägt wird, die uns durch Medien wie Film und Fernsehen übermittelt werden. Da uns oft die Informationen fehlen, um ein objektives Weltbild zu generieren, greifen wir auf diese Bilder zurück, um die Lücken des Erfahrenen zu füllen.
(Norbert Bolz Dt. Philosoph und Medienwissenschaftler) schrieb: „Was gewiss ist, ist nicht informativ, was informativ ist, ist nicht gewiss. Und deshalb gilt: je mehr Information, desto weniger Akzeptanz. Die Informationsflut steigert die Unsicherheit und damit die Legitimität der eigenen Meinung. Man muss entscheiden, weil die Informationen nicht ausreichen.
Der Realitätsgenerator ist ein Computerprogramm, das in realtime Nachrichtenmeldungen aus dem Internet Wort für Wort analysiert und mit dem gesprochenen Inhalt von Kinofilmen vergleicht. Die Filme sind dabei exemplarisch für das Medium Film. Findet das Programm in einem Film eine Übereinstimmung so wird als Verbindung von Realität und Fiktion die Passage mit dem entsprechenden Satz auf der Leinwand abgespielt.
Da weder das verwendete Filmmaterial als abgeschlossener Fundus verstanden werden soll, noch die Nachrichtenmeldungen die Gleichen sind, bleibt dieser Prozess im stetigen Wandel.
Die Arbeit darf auch als Medienkritik verstanden werden. Sie zeigt auf wie zusammenhangslos Informationen verknüpft werden können und wie plakativ sich Bilder in unser Bewusstsein verankern.
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